Anderen Menschen geht es manchmal
schlecht, weil sie schlimme Dinge erlebt haben. Anderen Menschen geht
es schlecht, weil man sich als Kind nicht um sie gekümmert hat.
Anderen Menschen geht es schlecht, weil man ihnen als Kind gemeine
Dinge gesagt hat. Anderen Menschen geht es schlecht, weil man sie als
Kind geschlagen hat. Andere Menschen bekommen chronische Krankheiten,
weil sie als Kind unter Dauerstress standen, weil man sie nicht
geschützt hat, weil man sie nicht behütet hat, weil sie allein
waren, weil sie verdreht wurden, weil sie verbogen wurden, weil sie
nicht sagen durften, wie es ihnen geht, weil sie nicht sagen durften,
was sie NICHT möchten, deshalb geht es manchen Menschen schlecht.
Manche Menschen können nicht gut mit Veränderungen umgehen, weil
sie Angst haben, sie könnten die Kontrolle verlieren, weil sie sich
dann wieder fühlen, wie ein kleines Kind. Manche Menschen können
nicht gut mit Gewalt umgehen, weil sie das zurückversetzt, weil sie
sich dann wieder fühlen, wie als sie klein waren. Manche Menschen
können in bestimmten Situationen gar nicht mehr handeln, weil sie
wie eingefroren sind, weil sie die Situation an etwas aus ihrer
Kindheit erinnert. Manche Menschen möchten anderen Menschen helfen
und verhalten sich ganz professionell, um dann zu späterer Zeit
vollkommen ausgelaugt zusammenzubrechen, weil die anderen Menschen
sie daran erinnern, wie es um sie selbst bestellt ist und diese
Traurigkeit sie dann überschwemmt und keinen Grund und keinen Halt
mehr kennt und sie droht fort zu spülen. Manche Menschen sind
traurig und wütend und der Grund liegt so weit zurück, dass sie gar
nicht wissen, warum sie solche Trauer und Wut haben. Und dann scheint
einen Tag die Sonne und die Kinder spielen und die Blumen blühen und
diese Menschen begreifen, dass sie es NIE schaffen werden darüber
hinweg zu kommen, dass sie im Grunde ihres Herzens schwarz und tot
und verfault und krank sind, dass diese Wunde nicht heilt und wie ein
gefräßiges Monster im Herzen sitzt und alles Gute und Schöne
verschlingen will. Manche Menschen bei denen denkt man gar nicht,
dass es bei denen so ist. Bei mir ist das auf jeden Fall nicht so.
Ich muss mich einfach nur zusammen reißen und mal endlich darüber
hinweg kommen.
Mein Beruf ist ganz hervorragend vereinbar mit der Familie. So toll! Historisch gesehen, ist mein Beruf eine Spezialanfertigung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das erklärt natürlich auch, warum Lehrerinnen halt chronisch unterbezahlt und überarbeitet sind. Das passt einfach perfekt zu der Rolle, die sie sonst im Leben zu spielen haben und der Wertschätzung, die sie für ihre Leistungen erhalten. Als Lehrerin kümmert man sich um andere und deren fortkommen. Das tut man doch als Mutter auch. Passt super! Als Lehrerin stellst du deine eigenen Bedürfnisse hinter die Bedürfnisse anderer. Du gehst nicht auf's Klo. Du trinkst und isst nicht und du machst keine Pausen. Dein Job ist es, zu helfen, zu unterstützen, zu vermitteln, zu beaufsichtigen. Du trägst Verantwortung für alles! Die Wertschätzung dafür erhältst du oft in Form von krakeligen Bildern, unleserlichen Briefen und in Form von weichgekneteten Vierteln von Pausenbroten, dargereicht auf schwitzenden Händchen. Darüber s...
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